Mein erster Versuch, einen Verlag zu finden, war nicht erfolgreich. Klar, gibt es Informationen darüber, wie man einen Verlag von seiner Arbeit überzeugt, aber ich halte mich ungern mit Anweisungen für die Massen auf. Nicht immer die cleverste Idee…

Hier mein freundliches Anschreiben an den Eichborn-Verlag, dessen Publikationen ich damals sehr gefeiert habe. Nachdem die Verlagsmitarbeiter/innen mein tolles Manuskript schändlicherweise abgelehnt haben, währte die Liebe nicht mehr lange. Und der Verlag auch nicht. Damals hieß der Rauschengel noch “Der Kuss des Prinzen”.

 

Eichborn Verlag, Lektorat, Kaiserstraße 66, 60329 Frankfurt

Manuskript „Der Kuss des Prinzen“

Sehr geehrte Damen und Herren,

hier liegt Ihnen der erste Teil eines Buchmanuskriptes vor, das ich gerne durch ihren Verlag veröffentlichen lassen würde.

Mein Stil wird nicht den anspruchsvollen Literaten begeistern. Aber weil Ihr Motto verkündet, dass sie keine langweilige Bücher publizieren wollen (und weil Walter Moers auch nichts für jedermann ist), hege ich leise Hoffnung auf Ihre geschätzte Aufmerksamkeit.

Ich musste dieses Buch einfach schreiben; denn der Kern der Geschichte ist ein typisches Beispiel dafür, wie eine Herzensangelegenheit verläuft, wenn wir uns mehr in die Projektion unserer Wünsche verlieben, als in eine real existierende Person. Somit spricht der Text wohl am ehesten Frauen zwischen 25 und 40 Jahren an, die sich schon häufig gefragt haben, warum sie immer die „falschen Männer“ erwischen.

Das Besondere an meinem Buch ist, dass ich im Text auf bildhafte Beschreibungen weitgehend verzichtet habe. Ich will die Gefühlswelt der Leser lieber mit (erotischen) Fotos ansprechen, die mit Illustrationen verschmolzen werden. Die Fotos werden einige Szenen der Handlung wiedergeben. Die grafischen Elemente und Farben sollen der Stimmung entsprechend düster, lebendig, lustvoll und so weiter sein.

Außerdem wird es ein zweites Buch geben, das – aus der Sicht des männlichen Parts geschrieben – die Lücken füllt, die dieses erste Buch offen lässt. Sinn und Zweck dieser Trennung ist, dass die Leser des ersten Buches genau so im Dunkeln darüber gelassen werden, was die männliche Hauptperson wirklich macht und denkt, wie die Protagonistin selbst.

Der gesamte Umfang des Textes beträgt 83 DIN A4-Seiten und ist in InDesign gesetzt. Die Fotos und Illustrationen will ich selbst anfertigen – ich habe aber noch nicht damit angefangen.
Die Texte sind auch noch nicht lektoriert worden.

Es würde mich freuen, eine kurze Rückmeldung aus Ihrem Hause zu bekommen – auch wenn Ihnen das Manuskript überhaupt nicht gefällt.

Viel Vergnügen beim Lesen!

Thekla Leinemann
06.12.2007

 

Eichborn ist leider insolvent und wurde verkauft. Hätten sie mal mein Buch umgesetzt. 
Bericht auf zeit.de, 16. Juni 2011

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