Ich halte ja nicht so viel von diesen typischen “Das sagen unsere Kunden über uns…“-Feldern mit schwülstigen Lobeshymnen nach BlaBla-Norm. Denn im echten Leben lautet die Aussage der Kunden oder der Leser/innen eher so: „War toll…!“

Wer sich die Mühe macht, eine ausführliche Buchrezension zu schreiben ist entweder gekauft, extrem begeistert oder hat Langeweile. Vor einigen Jahren hatte ich mal ein Buch aus dem Sektor Marketing für Werbeagenturen gekauft und eine ganz kurze Rezension bei Amazon hinterlassen, weil mir das Buch wirklich gut gefallen hat. Ein paar Monate später schickten mir die beiden Autoren doch tatsächlich kostenlos ihr Folgewerk samt einiger Werbemittel zu, mit der Bitte, eine Beurteilung für ihr neues Buch zu schreiben.
Zum einen war ich perplex darüber, dass die meine Postadresse rausgefunden hatten, zum anderen, war ich beeindruckt davon, wie strategisch clever das ganze Marketingpaket geschnürt war. Sie verstanden also ihr Handwerk. Leider war das Folgewerk für´n Arsch. Und zwar so dermaßen, dass ich nicht mal die Zeit aufbringen wollte, eine negative Rezension zu schreiben.
Was nützt also das ganze tolle Marketing, wenn das Produkt schlecht ist? Nüscht! Die Adressaten sind enttäuscht und ärgern sich über verschwendete Zeit und verschleudertes Geld.

Weil manche Menschen aber nicht so sehr ihrem Bauchgefühl folgen, sondern sich gerne von anderen Inspiration holen, berichte ich nachfolgend das, was meine Leser/innen bislang so über den Rauschengel gesagt haben.

„War toll…!“

Äh…
Ach ja, und: „Die Story ist total spannend!“

Wenn ich ein bisschen gebohrt habe, taten sich allerdings auch ein paar interessante Welten auf. So scheint die Erzählung bei einigen Leuten ziemlich gut hängen zu bleiben. Man berichtet mir davon, dass allein die Begegnung mit einem lautstark grummelnden Pick-up oder das Sichten einiger Motorradfahrer auf der Landstraße, Erinnerungen an Amors Kriegerin wach ruft. Plötzlich können Nicht-Biker erahnen, wie es ist, auf einem Eisenhobel dahin zu brettern oder den Passanten in der City mit Hubraum-Musik die Köpfe zu verdrehen.

Einige weibliche Leser finden Jimmy, den männlichen Hauptdarsteller, echt hinreißend. Eine Freundin von mir weigert sich, das zweite Buch (Falsche Götter) zu Ende zu lesen, weil es das Bild von dem wilden Typen mit Ehrgefühl zerstört. Ein bisschen von dem Märchenprinzen schwärmen ist ja nicht verboten und gut für die Seele, meine liebe Monique…
Manche Mädels berichten mir, dass sie beim Lesen oft an ihre eigenen Erfahrungen mit Männern erinnert wurden. Es scheint, als ob nicht nur ich auf emotional defizitäre Charaktere abfahre. Wobei ich hier klarstellen muss, dass nicht alle meine Partner so drauf waren!

Und nun die große Frage: Was sagt die Männerwelt zum Rauschengel?
Die Männerwelt ist auch durchweg angetan! Sie rätselt aber zuweilen darüber, wieviel Wahrheitsgehalt die Story hat. Vor allem, wenn es um die üblichen Schlachtfelder zwischen den Geschlechtern geht, scheinen die Herren der Schöpfung von einer Inseldemenz zu profitieren. Der Rauschengel deckt diese Abgründe schonungslos auf, ist dennoch kein Männerhasser-Buch. Die Hauptakteurin Lara tanzt zwischen den Welten wie jeder, der einen schwierigen Charakter liebt – männlich oder weiblich. Meistens pariert sie Jimmys Macken aber gekonnt mit Humor.
Nebenbei erwähnt: die Männerwelt feiert die Sexszenen im Buch. Wer hätte das geahnt…?

Alles in allem sorgt der Rauschengel bei der Leserschaft für schlaflose Nächte. Wer vor dem Schlafengehen nur mal kurz reinschauen will, sollte seine Termine für den nächsten Tag lieber nach hinten verschieben. Denn das haben die meisten meiner „Opfer“ übereinstimmend ausgesagt: „Ich konnte einfach nicht aufhören zu lesen.“

Na denn…